Bolligen: Frutiger AG kommt in Bolligen zum Zug
Über eine halbe Million Franken pro Jahr – so viel Geld soll die Gemeinde Bolligen für das Baurecht auf einem zentralen Landstück erhalten.
Die Frutiger AG wird für die Fläche von knapp 11 000 Quadratmetern jährlich einen Zins von 567 000 Franken entrichten, das sind 52 Franken pro Quadratmeter. Zudem zahlte sie 2 Millionen Franken für das alte Schulhaus, das erhalten bleibt. Mit diesem Geld erwarb die Gemeinde zwei Parzellen von privater Seite und stellt sie der Frutiger AG für die Überbauung zur Verfügung. Das Areal an bester Lage ist frei geworden, weil die Gemeinde im Lutertal ein neues Schulhaus gebaut hat.
Es gibt eine «Durststrecke»
Der Vertrag hat eine Laufzeit von achtzig Jahren. Bis der jährliche Zins fliesse, gebe es aber noch eine «Durststrecke», sagte Gemeindepräsident Rudolf Burger (Bolligen Parteilos) gestern an einer Medienkonferenz zum Thema. Die Gemeinde rechnet demnach mit einer ersten Zahlung ca. 2020, nach Erteilung der ersten Baubewilligung. Im ersten Jahr ist allerdings nur die Hälfte des Betrags geschuldet – also rund 280 000 Franken. Die Stimmberechtigten werden am 13. Dezember über den abgeschlossenen Vertrag befinden können. Die Frutiger AG hat gemäss den Unterlagen die beste Offerte mit dem höchsten Baurechtszins eingereicht.
Auf dem Areal soll eine grosse Wohnüberbauung entstehen, mindestens ein Fünftel der Wohnungen müssen Mietwohnungen sein. Bei der Mehrzahl der Objekte wird es sich aber um Eigentumswohnungen handeln. Die Frutiger AG wird einen Wettbewerb durchführen, in der Jury ist auch die Gemeinde vertreten. Auf dem Areal können rund hundert Wohnungen erstellt werden. Die Gemeinde hofft auf steuerkräftige Zuzüger.
Neuer Standort für Verwaltung
Die heutige Gemeindeverwaltung von Bolligen grenzt unmittelbar an das Land, das überbaut werden soll, an. Darum wird auch eine Verlegung der Verwaltung zum Thema. Denkbar seien zwei Standorte, sagte Gemeindepräsident Burger: ein Neubau an der Ecke des Flugbrunnen-Areals oder ein Standort beim RBS-Bahnhof. Die Gemeinde will darüber im ersten Halbjahr 2017 entscheiden. Auch hier hat der Stimmbürger das letzte Wort, da eine Verlegung einen Kredit nötig macht, der vom Volk bewilligt werden muss. Kommt es zur Verlegung, so wird eine zusätzliche Fläche von rund 2600 Quadratmetern frei. Auch hierfür würde die Frutiger AG einen Baurechtszins von 52 Franken zahlen – pro Jahr flössen also zusätzliche 135 000 Franken in die Gemeindekasse – auch das wäre ein willkommener Beitrag auf dem Weg zu ausgeglichenen Finanzen.